Raspberry Pi CM5 + IOBoard als Homematic-Zentrale - Tipps, Infos und kurzer Test

Problemlösungen und Hinweise von allgemeinem Interesse zur Haussteuerung mit HomeMatic

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Baxxy
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Raspberry Pi CM5 + IOBoard als Homematic-Zentrale - Tipps, Infos und kurzer Test

Beitrag von Baxxy » 01.12.2025, 19:54

1. Vorwort:
Die 32bit Ära bei OpenCCU neigt sich dem >> Ende << und damit entfällt dann auch die Unterstützung eines besonderen SBC, dem Tinkerboard S. Das Tinker S war seinerzeit dem Raspberry Pi 3 weit voraus. Mehr "Dampf", doppelter RAM (2GB) und für uns "RaspberryMatic'er" am wichtigsten... statt schnöder SD-Karte gab es eMMC. Leider hat das Tinker S nie den Sprung auf 64bit geschafft und darum fällt es demnächst "hinten runter". Ich mochte das Tinker S, aber als Jens die Raspi's (ab Pi3) auf 64bit umstellte war mir klar das die Tage von RaspberryMatic (nun OpenCCU) auf dem Tinker S gezählt sind. Irgendwann hatte ich das Tinker S dann auch als "Test-Zentrale" ausgeschlossen und es fristet nun sein Dasein in meiner "Testgeräte-Kiste".

Gut, genug Trübsal geblasen. Die Welt dreht sich weiter und gesucht, von mir und anderen, wird ein zukunftsfähiger Ersatz.
Den hatte ich eigentlich schon vor nem Jahr gefunden, nämlich das >> CM4 + IOBoard <<.

Tja, kurze Zeit später kam das CM5 raus und genau das habe ich mir nun mal in der "nicht-Lite-Version" (kein WLan & BT) mit 4GB RAM und 32GB eMMC geschnappt, auf das nächstbeste IO-Board gepappt und OpenCCU installiert.

Gleich vorweg... ich bin ziemlich begeistert.
Mein Testsetup ist zwar weder schön noch praktikabel, aber OpenCCU läuft darauf wie "Schmidts Katze".
Das (mein) Setup hat diverse Vorteile gegenüber einem normalen Pi5, unter anderem eMMC-Speicher (statt SD-Karte), geringerer Stromverbrauch (weil das IO-Board kein BT/Wlan/USB3 hat, gemessen ca. 2,5W im Idle mit jungfräulicher OpenCCU), Steckplatz für eine NVME-SSD die man als "USB-Stick" für Backups, Diagramme usw. nutzen könnte.
Und (Stand 12/25), weil OpenCCU leider beim Pi5 immer noch nicht von USB/NVME booten kann. Aber von eMMC schon. :wink:

2. Die erste Frage:
Macht ein CM5 + IOBoard als Homematic-Zentrale überhaupt Sinn?

Da man das nicht pauschal mit ja / nein beantworten kann hier erstmal ein paar Pro's & Contra's zum abwägen.

2.1 Pro's:
  • je nach Version wesentlich mehr RAM als ein Pi3B/3B+
  • höhere Rechenleistung gegenüber Pi2B / Pi3B / Pi3+ / Pi4B
  • schnellere Netzwerkanbindung als Pi3B / Pi3B+
  • eMMC (8 - 32GB) statt SD-Karte
  • Stromverbrauch identisch bzw. etwas geringer als Pi3B/Pi3B+
2.2 Contra's:
  • die IOBoard's für das CM5 haben ein Layout das meist nicht in gängige Gehäuse passt
  • Das RPI-RF-MOD passt zwar (je nach IOBoard) wieder direkt auf die GPIO's, trotzdem ist mir aktuell kein Gehäuse bekannt wo alles reinpasst.
  • Ich habe nur IO-Board's mit USB3-Ports gefunden, was wieder zu Funkstörungen führen kann wenn man USB3-fähige Geräte anschließt.
2.3 Mein Fazit zur ersten Frage:
  • Als einfache Homematic-Zentrale ohne großen Schnickschnack macht das CM5 + IOBoard wenig Sinn. Eigentlich hat das Setup viel zu viel Dampf den man mit OpenCCU's ohne AddOn's quasi verpuffen lässt. Aber Spaß macht das Setup trotzdem und die Alternativen mit eMMC sind begrenzt.
  • Nutzt man "dicke" Add-Ons wie Redmatic oder den CCU-Historian sieht das schon anders aus. Hier macht sich der zusätzliche RAM und in bestimmten Szenarien (Historian-Datenbank recalc) auch die höhere Rechenleistung positiv bemerkbar.
  • Hat man vor mehrere "Systeme" auf einem Pi zu betreiben, z.B. debMatic / piVCCU / RaspberryMatic-Docker als "Zentralensoftware" und zusätzlich z.B. ioBroker, hat das CM5 + IOBoard, gegenüber seinen Vorgängern, ganz klar die Nase vorn.
3. Die Qual der Wahl Teil 1... welches CM5?
  • Es gibt zig Variationen des CM5, die sich erstmal grob in "Lite" (SD-Karte) und "Normal" (eMMC) unterscheiden.
    Wir wollen "Normal", weil eMMC einfach besser ist als ne SD-Karte. Und eMMC war schon das große Plus bei einem Tinkerboard S.
  • Als nächstes lassen wir unnützes Zeug weg, also ein "Normales" ohne Bluetooth und WLan.
  • Nun zum RAM. 2GB definitiv, aber es darf auch mehr sein.
  • Und zum Schluss die Größe der eMMC. 8GB reichen normalerweise vollkommen aus, wer will nimmt halt mehr.
Meine Wahl: CM5 "Normal" ohne BT/WLan mit 4GB RAM und 32GB eMMC (ca. 71€ / Stand 01.12.25)

4. Die Qual der Wahl Teil 2... welches IO-Board?
  • Hier wird's schon schwieriger weil es viele verschiedene Modelle gibt. Waveshare bietet da eine relativ große Auswahl an.
  • Man sollte bei der Wahl dran denken das man das Setup auch in ein Gehäuse verfrachten möchte. Will man das RPI-RF-MOD direkt auf den GPIO's haben dann wird's schwierig. Es sei denn man kennt "3D-Gehäuse-Drucker".
  • Auch ist hier weniger meistens mehr, also umso weniger Schnittstellen nach außen, umso geringer die Gesamtstromaufnahme.
Meine Wahl: Da ich das CM5 nicht als OpenCCU sondern für andere Zwecke nutzen werde hab ich mir >> dieses Set aus IOBoard + Gehäuse << geholt.

5. CM5 + IOBoard in Aktion:
Das Waveshare CM5-PoE-BASE-A hat einen M.2-Slot.
Hier könnte man eine NVME-SSD verbauen und OpenCCU so konfigurieren das diese als "USB-Stick" genutzt wird.

OpenCCU Hilfe-Seite:
CM5_OCU_Info_2.JPG
Fliegender Aufbau:
IMG_20251129_175636809_rez.jpg
6. Gedanken:
Technisch gesehen ist das Setup aus CM5 + IOBoard m.E. eine zukunftsträchtige Basis für eine OpenCCU.
Größtes Problem sind die Gehäuse wenn man das Funkmodul (RPI-RF-MOD) auf GPIO betreiben will. Die gibt es einfach nicht.

Ich könnte mir aber ein CM5 auf dem >> Waveshare CM5-IO-BASE-A << quasi als "Standard-Setup für OpenCCU" vorstellen. Also so eine Art "Homeassistant Green" für HomeMatic. Braucht's nur ein Gehäuse, selbstgedruckt oder industriell gefertigt. :)

Richtig gut wär's wenn z.B. ELV ein eigenes IO-Board mit passendem Gehäuse rausbringt in das wir nur noch das CM5 einklipsen müssen. Dazu einen Steckplatz für ein (verkleinertes, separat erhältliches) RPI-RF-MOD... Ich träum dann mal weiter. :mrgreen:

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Re: Raspberry Pi CM5 + IOBoard als Homematic-Zentrale - Tipps, Infos und kurzer Test

Beitrag von klana » 02.12.2025, 06:20

Hallo Baxxy,

Vielen Dank für deine Forschungsarbeit :mrgreen:
Wie sieht es denn mit dem CS aus?
Gruß Klana
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Re: Raspberry Pi CM5 + IOBoard als Homematic-Zentrale - Tipps, Infos und kurzer Test

Beitrag von MichaelN » 02.12.2025, 07:25

Das Gehäuse sollte doch das kleinste Problem sein.

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Re: Raspberry Pi CM5 + IOBoard als Homematic-Zentrale - Tipps, Infos und kurzer Test

Beitrag von Baxxy » 02.12.2025, 20:30

klana hat geschrieben:
02.12.2025, 06:20
Wie sieht es denn mit dem CS aus?
Erstmal ganz gut. :D
Anzumerken ist das ich nichts an den USB-Ports angeschlossen habe und meine Testumgebung eher nicht für eine akkurate Aussage geeignet ist.
Soll heißen hier laufen mein Hauptsystem und diverse Testsysteme mit mal mehr oder weniger HM/HmIP-Geräten parallel auf engstem Raum.

Kurz nach dem Start ist der CS recht hoch, das kann ich aber auch auf den anderen Systemen beobachten.
Die 10% - Spikes sowie das "Grundrauschen von 1-2% sind in meiner Umgebung normal.
Dateianhänge
OCCU_CM5_CS.JPG

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Re: Raspberry Pi CM5 + IOBoard als Homematic-Zentrale - Tipps, Infos und kurzer Test

Beitrag von josp666 » 08.12.2025, 16:19

Hallo Baxxy,
hab mir gerade deine Konfiguration geklaut und die Teile bestellt.
Als Neuling beim Thema CM und emmc hab ich eine Frage:
Wie bekomme ich da am besten OCCU drauf?
Und gleich noch eine 2te, ich würde am liebsten mein Funkmodul von der CCU3 nehmen da ich dort schon eine externe Antenne verbaut habe, spricht da was dagegen?

Vielen Dank
Jörg

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Re: Raspberry Pi CM5 + IOBoard als Homematic-Zentrale - Tipps, Infos und kurzer Test

Beitrag von Baxxy » 08.12.2025, 16:40

josp666 hat geschrieben:
08.12.2025, 16:19
deine Konfiguration geklaut und die Teile bestellt
Hättest du mal noch etwas gewartet, ich hab da noch ein anderes IO-Board gefunden was vielleicht passender wäre.
Dauert aber noch bis es geliefert wird.
josp666 hat geschrieben:
08.12.2025, 16:19
Wie bekomme ich da am besten OCCU drauf?
Kommt drauf an was du nutzt, MacOS / Linux /Windows.
  • Vorbereitung wie hier beschrieben:
    https://www.raspberrypi.com/documentati ... odule-emmc, also erstmal rpiboot installieren
  • dann ziehst du den Jumper [1] ab und steckst ihn auf Boot [2]
    800px-CM5-POE-BOX-A-details-size2_marked.jpg
  • nun mit nem USB-Kabel mit dem PC verbinden, also die USB-C Buchse
  • weiter dann wie in der Anleitung für's jeweilige OS
josp666 hat geschrieben:
08.12.2025, 16:19
mein Funkmodul von der CCU3 nehmen da ich dort schon eine externe Antenne verbaut habe, spricht da was dagegen?
Eigentlich nicht, das es aber nicht ins Gehäuse geht hast du hoffentlich gesehen. Ich hatte nen Stacking-Header für den Test benutzt.

Siehe auch: http://www.waveshare.com/wiki/CM5_PoE_BASE_A

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Re: Raspberry Pi CM5 + IOBoard als Homematic-Zentrale - Tipps, Infos und kurzer Test

Beitrag von josp666 » 08.12.2025, 17:04

Hallo Baxxy,
vielen Dank für die Infos.
Wenns in Zukunft was noch passenderes gibt werd ich mir das dann ev auch zulegen, bissi rumbasteln ist ja was schönes.
Das mit dem Gehäuse hab ich gesehen.
Bin gerade am überlegen wie ich das löse, neuen Deckel Lasern, Rackeinschub basteln, …

Beste Grüße
Jörg

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Re: Raspberry Pi CM5 + IOBoard als Homematic-Zentrale - Tipps, Infos und kurzer Test

Beitrag von Baxxy » 08.12.2025, 18:22

josp666 hat geschrieben:
08.12.2025, 17:04
basteln,
Auf dem Board ist normalerweise so ein Teil was die GPIO's an die Seite des Gehäuses führt.
Da könnte man eine GPIO-Verlängerung ranmachen (Flachbandkabel) und für das Funkmodul ein separates Gehäuse kreieren.

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Re: Raspberry Pi CM5 + IOBoard als Homematic-Zentrale - Tipps, Infos und kurzer Test

Beitrag von josp666 » 08.12.2025, 19:00

An so was hab ich auch schon gedacht, oder oben was drauf setzen.
Ich werd mir das zu Gemüte führen wenn alles da ist.
Ich hoffe mal das mein fliegender Aufbau dann nicht zum Dauerzustand wird 😂

BG Jörg

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