Die 32bit Ära bei OpenCCU neigt sich dem >> Ende << und damit entfällt dann auch die Unterstützung eines besonderen SBC, dem Tinkerboard S. Das Tinker S war seinerzeit dem Raspberry Pi 3 weit voraus. Mehr "Dampf", doppelter RAM (2GB) und für uns "RaspberryMatic'er" am wichtigsten... statt schnöder SD-Karte gab es eMMC. Leider hat das Tinker S nie den Sprung auf 64bit geschafft und darum fällt es demnächst "hinten runter". Ich mochte das Tinker S, aber als Jens die Raspi's (ab Pi3) auf 64bit umstellte war mir klar das die Tage von RaspberryMatic (nun OpenCCU) auf dem Tinker S gezählt sind. Irgendwann hatte ich das Tinker S dann auch als "Test-Zentrale" ausgeschlossen und es fristet nun sein Dasein in meiner "Testgeräte-Kiste".
Gut, genug Trübsal geblasen. Die Welt dreht sich weiter und gesucht, von mir und anderen, wird ein zukunftsfähiger Ersatz.
Den hatte ich eigentlich schon vor nem Jahr gefunden, nämlich das >> CM4 + IOBoard <<.
Tja, kurze Zeit später kam das CM5 raus und genau das habe ich mir nun mal in der "nicht-Lite-Version" (kein WLan & BT) mit 4GB RAM und 32GB eMMC geschnappt, auf das nächstbeste IO-Board gepappt und OpenCCU installiert.
Gleich vorweg... ich bin ziemlich begeistert.
Mein Testsetup ist zwar weder schön noch praktikabel, aber OpenCCU läuft darauf wie "Schmidts Katze".
Das (mein) Setup hat diverse Vorteile gegenüber einem normalen Pi5, unter anderem eMMC-Speicher (statt SD-Karte), geringerer Stromverbrauch (weil das IO-Board kein BT/Wlan/USB3 hat, gemessen ca. 2,5W im Idle mit jungfräulicher OpenCCU), Steckplatz für eine NVME-SSD die man als "USB-Stick" für Backups, Diagramme usw. nutzen könnte.
Und (Stand 12/25), weil OpenCCU leider beim Pi5 immer noch nicht von USB/NVME booten kann. Aber von eMMC schon.
2. Die erste Frage:
Macht ein CM5 + IOBoard als Homematic-Zentrale überhaupt Sinn?
Da man das nicht pauschal mit ja / nein beantworten kann hier erstmal ein paar Pro's & Contra's zum abwägen.
2.1 Pro's:
- je nach Version wesentlich mehr RAM als ein Pi3B/3B+
- höhere Rechenleistung gegenüber Pi2B / Pi3B / Pi3+ / Pi4B
- schnellere Netzwerkanbindung als Pi3B / Pi3B+
- eMMC (8 - 32GB) statt SD-Karte
- Stromverbrauch identisch bzw. etwas geringer als Pi3B/Pi3B+
- die IOBoard's für das CM5 haben ein Layout das meist nicht in gängige Gehäuse passt
- Das RPI-RF-MOD passt zwar (je nach IOBoard) wieder direkt auf die GPIO's, trotzdem ist mir aktuell kein Gehäuse bekannt wo alles reinpasst.
- Ich habe nur IO-Board's mit USB3-Ports gefunden, was wieder zu Funkstörungen führen kann wenn man USB3-fähige Geräte anschließt.
- Als einfache Homematic-Zentrale ohne großen Schnickschnack macht das CM5 + IOBoard wenig Sinn. Eigentlich hat das Setup viel zu viel Dampf den man mit OpenCCU's ohne AddOn's quasi verpuffen lässt. Aber Spaß macht das Setup trotzdem und die Alternativen mit eMMC sind begrenzt.
- Nutzt man "dicke" Add-Ons wie Redmatic oder den CCU-Historian sieht das schon anders aus. Hier macht sich der zusätzliche RAM und in bestimmten Szenarien (Historian-Datenbank recalc) auch die höhere Rechenleistung positiv bemerkbar.
- Hat man vor mehrere "Systeme" auf einem Pi zu betreiben, z.B. debMatic / piVCCU / RaspberryMatic-Docker als "Zentralensoftware" und zusätzlich z.B. ioBroker, hat das CM5 + IOBoard, gegenüber seinen Vorgängern, ganz klar die Nase vorn.
- Es gibt zig Variationen des CM5, die sich erstmal grob in "Lite" (SD-Karte) und "Normal" (eMMC) unterscheiden.
Wir wollen "Normal", weil eMMC einfach besser ist als ne SD-Karte. Und eMMC war schon das große Plus bei einem Tinkerboard S. - Als nächstes lassen wir unnützes Zeug weg, also ein "Normales" ohne Bluetooth und WLan.
- Nun zum RAM. 2GB definitiv, aber es darf auch mehr sein.
- Und zum Schluss die Größe der eMMC. 8GB reichen normalerweise vollkommen aus, wer will nimmt halt mehr.
4. Die Qual der Wahl Teil 2... welches IO-Board?
- Hier wird's schon schwieriger weil es viele verschiedene Modelle gibt. Waveshare bietet da eine relativ große Auswahl an.
- Man sollte bei der Wahl dran denken das man das Setup auch in ein Gehäuse verfrachten möchte. Will man das RPI-RF-MOD direkt auf den GPIO's haben dann wird's schwierig. Es sei denn man kennt "3D-Gehäuse-Drucker".
- Auch ist hier weniger meistens mehr, also umso weniger Schnittstellen nach außen, umso geringer die Gesamtstromaufnahme.
5. CM5 + IOBoard in Aktion:
Das Waveshare CM5-PoE-BASE-A hat einen M.2-Slot.
Hier könnte man eine NVME-SSD verbauen und OpenCCU so konfigurieren das diese als "USB-Stick" genutzt wird.
OpenCCU Hilfe-Seite: Fliegender Aufbau: 6. Gedanken:
Technisch gesehen ist das Setup aus CM5 + IOBoard m.E. eine zukunftsträchtige Basis für eine OpenCCU.
Größtes Problem sind die Gehäuse wenn man das Funkmodul (RPI-RF-MOD) auf GPIO betreiben will. Die gibt es einfach nicht.
Ich könnte mir aber ein CM5 auf dem >> Waveshare CM5-IO-BASE-A << quasi als "Standard-Setup für OpenCCU" vorstellen. Also so eine Art "Homeassistant Green" für HomeMatic. Braucht's nur ein Gehäuse, selbstgedruckt oder industriell gefertigt.
Richtig gut wär's wenn z.B. ELV ein eigenes IO-Board mit passendem Gehäuse rausbringt in das wir nur noch das CM5 einklipsen müssen. Dazu einen Steckplatz für ein (verkleinertes, separat erhältliches) RPI-RF-MOD... Ich träum dann mal weiter.
