Der richtige Rollladenmotor

Problemlösungen und Hinweise von allgemeinem Interesse zur Haussteuerung mit HomeMatic

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peissl.at
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Der richtige Rollladenmotor

Beitrag von peissl.at » 06.09.2017, 09:29

Hallo Leute,

da immer wieder Fragen zum richtigen Rollladenmotor auftauchen, hier von mir mal einen paar allgemeine Infos und Empfehlungen (gilt auch für Markisenmotor, Raffstoremotor und Rohrmotor):

Bisher konnte man durch die Anzahl der Adern den Motortyp relativ gut unterscheiden:
4 Adern bei Motoren mit mechanischen oder elektronischen Endlagen und getrennten Adern für Auf/Ab = eigentlich die richtige Wahl für Homematic (aber bitte weiterlesen...)

3 Adern für Motore mit integriertem Funkempfänger = nicht so gut für Homematic, weil nicht kompatibel mit BidCosRF oder HmIP

Inzwischen bringen immer mehr Motorhersteller schutzisolierte Antriebe auf den Markt. Durch die fehlende Ader für den Schutzleiter stimmt nun die Aderzahl nicht mehr. Also nur mehr 2 für Funk und 3 für Motore ohne integriertem Funkempfänger.
Wenn man das nicht bedenkt, dann sind Verwirrungen vorprogrammiert. Besser wäre die Unterscheidung der Phasenanzahl (eine=Funk bzw. zwei für Auf/Ab = kein Funk).
Aber auch dafür gibt es Ausnahmen, wenn zB. bei Funkmotoren eine zusätzliche Ader als Antenne genutzt wird.

Es gibt mittlerweile auch schon Motore mit mehr als 4 Adern. Da wird der Motor mit einer Phase permanent versorgt und hat noch zusätzliche Adern für Auf/Ab. Damit kann der Motor, beim alten „smarthomefreien Haus“ auch per Taster bedient werden (was bisher nur mit Schalter möglich war). Diese Motoren können beispielsweise aber auch einen Funktempfänger eingebaut haben und zusätzlich noch mit lokalen Tastern gesteuert werden.

Von mechanischen Motoren möchte ich generell abraten, da sich die Endlagen mit der Zeit verstellen können und keine Erkennung von Hindernissen oder ein Festfrierschutz vorhanden ist. Der kleine Preisvorteil zum elektronischen Motor wird immer geringer bzw. Aufgrund der fehlenden Sicherheitsfunktionen ist er meiner Meinung nicht mehr gerechtfertigt.

Fazit: der richtige Sonnenschutzantrieb für den Einsatz mit Homematic ist ein elektronischer Motor mit Schutzfunktionen (Festfrierschut, Erkennung von Hindernissen und automatischer Freifahrt in die Gegenrichtung). Diese Motoren lernen und korrigieren ihre Endlagen in der Regel selbstständig und müssen nicht mehr umständlich per Schrauben eingestellt werden. Mit solchen Motoren wird auch die Sonnenschutzanlage vor Montage-, Bedien- und Programmierfehlern geschützt.
Auch ganz wichtig bei der Motorenwahl ist, dass das Drehmoment des Motors unbedingt zum Gewicht des Behanges passt, damit die Schutzeinrichtungen funktionieren und die Lebensdauer von Motor und Anlage besteht.

Sonnige Grüße!
Robert

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Sammy
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Re: Der richtige Rollladenmotor

Beitrag von Sammy » 06.09.2017, 09:43

Ich habe übrigens noch Motoren mit 5 Adern verbaut (ca 15 Jahre alt von Rademacher).
PE, N, Hoch, Runter, Setz-Leitung (Zum Programmieren der Endlagen)

Gruß Sammy
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Coldplayer
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Re: Der richtige Rollladenmotor

Beitrag von Coldplayer » 09.12.2017, 08:34

Eine Frage zur Endlagenerkennung und automatischen Retourfahrt bei Hindernissen von elektronischen Motoren:

1.) Woher weiß der Motor, ob es sich jetzt um ein Hindernis handelt, wo er wieder retourfahren soll oder ob es sich um die Endlage am Boden handelt?
2.) Kriegt das Homematic IP System bei solchen Motoren (ich hab vor den HmIP-FROLL zu verbauen), wenn ein Hindernis eine Retourfahrt ausgelöst hat oder zeigt mir das System dann an, dass der Rollladen zB geschlossen ist?

mototeacher
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Re: Der richtige Rollladenmotor

Beitrag von mototeacher » 09.12.2017, 18:40

Also,
ich verwende seit einiger Zeit solche Rollladenmotoren mit elektronischer Steuerung. Das mit der Hinderniserkennung funktioniert gut. Die Endlagen stelle ich aber grundsätzlich über die Setzleitung von Hand ein und programmiere den Rollladenaktor auf eine geringfügig längere Laufzeit. So stoppt der Rollladen gewöhnlich über seine Endlagen und die HM weiss trotzdem, wo er gerade ungefähr steht. Das gilt bei mir besonders für Zwischenwerte z.B. zur Zuluftzuführung bei gekipptem Fenster und aktiver Dunstabzugshaube in der Küche.

Hindernisserkennung war noch nie ein Problem, weil es in der Regel manuellen Eingriff erfordert, oder beim nächsten Vollzyklus sich sowieso wieder selbst synchronisiert. Wenn du aber 100% sicher gehen willst, dass der Rolladen auch wirklich geschlossen ist, so hilft da nur ein zusätzlicher Meldekontakt, z.B. der "Homematic IP Fenster- und Türkontakt HMIP-SWDO".

Zur Frage der automatischen Erkennung von Endlage und Hinderniss ist zu sagen, dass das durch die gestiegene Stromaufnahme des Wickelmotors erfolgt, wenn der Rollladen sich nicht "normal" verhält. Die HM bekommt davon also nichts mit.

Gruss,

Uli
ca. 400 Kanäle in 80 Geräten / CCU2 auf stand-by /RPi3 B+ (ganz neu nach Gewitterschaden) jetzt mit 3.37.8.20181026 produktiv.
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darkbrain85
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Re: Der richtige Rollladenmotor

Beitrag von darkbrain85 » 09.12.2017, 18:55

peissl.at hat geschrieben: Von mechanischen Motoren möchte ich generell abraten, da sich die Endlagen mit der Zeit verstellen können und keine Erkennung von Hindernissen oder ein Festfrierschutz vorhanden ist. Der kleine Preisvorteil zum elektronischen Motor wird immer geringer bzw. Aufgrund der fehlenden Sicherheitsfunktionen ist er meiner Meinung nicht mehr gerechtfertigt.

Fazit: der richtige Sonnenschutzantrieb für den Einsatz mit Homematic ist ein elektronischer Motor mit Schutzfunktionen (Festfrierschut, Erkennung von Hindernissen und automatischer Freifahrt in die Gegenrichtung). Diese Motoren lernen und korrigieren ihre Endlagen in der Regel selbstständig und müssen nicht mehr umständlich per Schrauben eingestellt werden. Mit solchen Motoren wird auch die Sonnenschutzanlage vor Montage-, Bedien- und Programmierfehlern geschützt.
Auch ganz wichtig bei der Motorenwahl ist, dass das Drehmoment des Motors unbedingt zum Gewicht des Behanges passt, damit die Schutzeinrichtungen funktionieren und die Lebensdauer von Motor und Anlage besteht.
Da stimme ich Dir zu! Gab kürzlich noch einen anderen Thread in dem einige einen „intelligenten“ Antrieb ich für nötig hielten. Aus meiner Sicht ist der Aufpreis absolut in Ordnung wenn man sich mit Endlagen, Frost und Hindernissen dann nicht mehr herumschlagen muss.


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Re: Der richtige Rollladenmotor

Beitrag von mws » 12.12.2017, 13:24

Sammy hat geschrieben:Ich habe übrigens noch Motoren mit 5 Adern verbaut (ca 15 Jahre alt von Rademacher).
PE, N, Hoch, Runter, Setz-Leitung (Zum Programmieren der Endlagen)

Gruß Sammy
Die Rademacher haben auch heute noch eine gesonderte Setzleitung also 5 Adern!
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten.
----------------o00o----'(_)'----o00o---------------

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Re: Der richtige Rollladenmotor

Beitrag von Coldplayer » 13.12.2017, 23:07

mototeacher hat geschrieben:Also,
ich verwende seit einiger Zeit solche Rollladenmotoren mit elektronischer Steuerung. Das mit der Hinderniserkennung funktioniert gut. Die Endlagen stelle ich aber grundsätzlich über die Setzleitung von Hand ein und programmiere den Rollladenaktor auf eine geringfügig längere Laufzeit. So stoppt der Rollladen gewöhnlich über seine Endlagen und die HM weiss trotzdem, wo er gerade ungefähr steht. Das gilt bei mir besonders für Zwischenwerte z.B. zur Zuluftzuführung bei gekipptem Fenster und aktiver Dunstabzugshaube in der Küche.

Hindernisserkennung war noch nie ein Problem, weil es in der Regel manuellen Eingriff erfordert, oder beim nächsten Vollzyklus sich sowieso wieder selbst synchronisiert. Wenn du aber 100% sicher gehen willst, dass der Rolladen auch wirklich geschlossen ist, so hilft da nur ein zusätzlicher Meldekontakt, z.B. der "Homematic IP Fenster- und Türkontakt HMIP-SWDO".

Zur Frage der automatischen Erkennung von Endlage und Hinderniss ist zu sagen, dass das durch die gestiegene Stromaufnahme des Wickelmotors erfolgt, wenn der Rollladen sich nicht "normal" verhält. Die HM bekommt davon also nichts mit.

Gruss,

Uli
Oh Gott. Das haut ja dann nie richtig hin.
Ich hab das Gefühl, dass soeine Rollladensteuerung über Homematic immer irgendwie eine Bastlerlösung bleibt.

Gehen wir mal folgendes Szenario durch:
- Rollladen schließen über zB Alexa an HmIP
- Rollladen beginnt zu schließen, Hindernis wird erkannt, Rollladen fährt wieder hoch
- Anzeige in der HmIP App: Rollladen geschlossen (???)

Wie kann ich denn dann den Rollladen tatsächlich schließen, wenn er laut App doch schon geschlossen ist? (Wie "synchronisiere" ich denn die Sache wieder richtig?)

mototeacher
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Re: Der richtige Rollladenmotor

Beitrag von mototeacher » 14.12.2017, 22:56

Also: erstens fährt die Hinderniserkennung den Rollladen nie wieder ganz hoch, sondern nur ein kleines Stück.
Jetzt kommt der Mensch ins Spiel. Wie auch immer deine Lösung aussieht, hier geht es nicht ohne dich.
Keine Automatik beseitigt jetzt den Blumentopf auf der Fensterbank oder die Eiskruste in der Führungsschiene. Darum beseitigst du jetzt als erstes mal den Hindernisgrund. Das nimmt dir sowieso niemand ab.
Hoffen wir mal, dass du jetzt neben Alexa noch einen ordentlich Taster zum Betätigen des Rollladen hast.
Jetzt betätigst du den Taster und fährst den Rollladen entweder ganz hoch, oder ganz runter - ganz wie es beliebt. Ab jetzt weiß die HM wieder, wo dein Rollladen steht.

Ach ja, vergiss nicht, deiner Frau zu beichten, wo sie ihren Topf wieder findet ;-)
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Re: Der richtige Rollladenmotor

Beitrag von Coldplayer » 15.12.2017, 08:04

Das ist ja genau der Punkt.
Ein verdrahteter Taster ist nicht vorgesehen. Stellt das ein Problem dar?

schrummel
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Re: Der richtige Rollladenmotor

Beitrag von schrummel » 18.12.2017, 21:29

Danke für die Übersicht - das hilft Anfängern sehr :)
Welche Rohrmotoren mit Hinderniserkennung nutzt ihr denn eigentlich?

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