Kohlenmonoxidsensor mit HMIP-MOD-RC8 und RM 370

Entwicklung und Bau von Hardware aller Art, die im HM-Umfeld eingesetzt werden kann

Moderator: Co-Administratoren

Antworten
hmipfriend
Beiträge: 8
Registriert: 08.02.2020, 21:09
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 4 Mal

Kohlenmonoxidsensor mit HMIP-MOD-RC8 und RM 370

Beitrag von hmipfriend » 03.12.2020, 19:27

Hallo zusammen,

nach einiger Beschäftigung mit dem Thema habe ich folgende Lösung eines Kohlenmonoxidsensors gebaut, die ich mit Euch teilen möchte - Kostenpunkt gesamt unter 50 EUR, netzbetrieben.
45C1583B-725C-4B65-9640-D06A1D2EDB11.jpeg
8485D83F-FFCD-4190-8DFB-F3E8DCB92ADC.jpeg
Disclaimer: eine Zertifizierung o.ä. geht natürlich bei diesem Selbstbau wegen Eingriff am Originalmelder verloren, und Langzeiterfahrung liegt mir auch nicht vor - logischerweise übernehme ich keinerlei Haftung wenn sich hier jemand das ganze nachbauen möchte. Falls ihr daran etwas Sicherheitskritisches entdeckt, freue ich mich ebenfalls über einen Hinweis. Ich hatte vorher gar keinen CO Warner und hänge mir erstmal noch parallel einen zweiten ohne "Umbau" daneben, so gesehen ist also nichts zu befürchten, bitte also keine generelle "Sorgenkommentare" ohne spezifische Hinweise - ich freue mich aber sehr über Elektronik-fachkundige Beiträge, sollte ich beim Aufbau etwas Wichtiges falsch gemacht haben.

Material

- Kohlenmonoxid-Warnmelder RM370 von "smartwares" (17-20 EUR)
- HM-IP-MOD-RC8 (22 EUR)
- Steckernetzteil 4V (4.5V geht auch) (hatte ich noch da, sonst wenige EUR)
- 3 x Optokoppler PC718 (< 1 EUR)
- 3 x LED (< 1 EUR)
- 1 x Verteilerbox vom Baumarkt (< 1 EUR)
- Lochrasterplatine (1-2 EUR)

Aufbau

1) Den Warnmelder aufschrauben, an den Kontaktpunkten unter der Platine, wo die drei Status-LEDs verlötet sind (Power / Fault / Alarm) jeweils Kabel anlöten, das gleiche an den beiden Batteriekontakten. Die Kabel kann man elegant durch eine kleine Bohrung an der Seite des Melders herausführen. Es ist sehr einfach den Warnmelder zu öffnen, da er mit normalen Kreuzschlitz-Schrauben verschlossen ist.
2) Auf der Lochrasterplatine die Optokoppler einlöten und mit den Eingängen (Seite mit dem Punkt) parallel zu den drei LEDs schalten, die Ausgänge mit einem Jumperkabel versehen, welche auf den HM-IP-RC8 auf der Tasterseite aufgesteckt werden. Ich habe alles mit Pinleisten und Buchsen gemacht, so dass man es nur noch mit dem HM-IP-MOD-RC8 Plug and Play "zusammensteckt". Das ganze habe ich in der Verteilerdose verpackt.
3) HM-IP-MOD-RC8 aufbauen, die drei LEDs an die Status-LED-Anschlüsse verdrahten. Vorteil: Man sieht immer, dass der Sensor aktiv ist und periodisch funkt - die Original LEDs des Sensors leuchten nämlich nach dem Eingriff nicht mehr auf, da die Optokoppler die Spannung zu sehr "schluckt". Ich lasse die drei LEDs aus dem Verteilergehäuse rausgucken.
4) Das Steckernetzteil mit HM-IP-MOD-RC8 und smartwares-Sensor parallel anschließen. Der Smartwares zeigt bei 4V "Batterie zwei von drei Balken voll" an, was an der niedrigeren Spannung liegt, aber kein Problem ist (er ist ja schließlich so gebaut, dass er bis "Batterie leer" läuft - also auch unter den 4.5V von drei komplett neuen Batterien).
5) Im Homematic den HM-IP-MOD-RC8 auf Tasterbetrieb konfigurieren (ist normalerweise voreingestellt).

Der Sensor sendet nun alle 45 Sekunden über den HM-IP-MOD-RC8 einen "Lebenszeichen"-Ping, welcher ausgewertet werden kann.
Bei Fehler oder Alarm sendet er ebenfalls ein Tastsignal auf den anderen beiden Kanälen.
Der sonst erforderliche jährliche Batteriewechsel der drei AA-Batterien entfällt durch das Steckernetzteil.

Über Druck auf die Test-Taste kann man sich vergewissern, dass der Sensor das Warnsignal auch funkt und der Alarm hörbar ist. Der RM370 lässt einen per LED (und nun per HMIP-MOD-RC8) alle 45 Sek. wissen, dass er noch lebt und schluckt daher ein bisschen Funkkapazität - sollte sich aber bei der 45 Sek-Frequenz tolerieren lassen und finde ich persönlich gut so. Es ist natürlich davon auszgehen, dass ein echter CO-Alarm den Duty Cycle stärker beansprucht.

Ich habe den Aufbau jetzt so gerade neu erfolgreich umgesetzt und werde hier vielleicht nochmal nach Langzeiterfahrung posten.

Viele Grüße
Homematic-Freund

hmipfriend
Beiträge: 8
Registriert: 08.02.2020, 21:09
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 4 Mal

Re: Kohlenmonoxidsensor mit HMIP-MOD-RC8 und RM 370

Beitrag von hmipfriend » 28.12.2021, 19:05

Ein gutes Jahr später kann ich berichten:
- Das ganze läuft immer noch absolut stabil. Ich bin sehr zufrieden!
- Ich habe Homematic so konfiguriert, dass der Ping ausgewertet wird, und bei Ausbleiben eines Pings für mehr als 5 Minuten erhalte ich ebenfalls eine Mitteilung. Das finde ich sehr gut und ist im Endeffekt noch ein Zusatznutzen gegenüber einem "normaler" Kohlenmonoxidsensor
- Ich habe einen weiteren, zweiten Sensor der gleichen Bauart direkt daneben installiert. Dieses Vorgehen sichert das ganze ab: Bei einem Alarm müssten beide Sensoren losgehen, ansonsten ist von einem Fehlalarm auszugehen.

Die Absicherung durch den zweiten Melder habe ich ergänzt, nachdem ein Nachbar von einem Fehlalarm (wohlgemerkt ein "normaler" Warnmelder, nicht modifiziert) Nachts in seinem Haus berichtet hat.
Ablauf war in etwa so: Feuerwehr angerufen, was zu tun sei: "vielleicht nur ein Fehlalarm, aber wir kommen zur Sicherheit mal gucken". Das "mal gucken" war dann ein ganzer Löschzug, die ganze Familie wurde aus dem Haus evakuiert, während Feuerwehrmänner in Schutzanzügen in den Keller marschierten. Ein solches Ereignis sichere ich - besonders bei einem Melder mit Eigenmodifikation - gerne für weitere 17 EUR mit einem zweiten Melder ab!

Viel Spaß beim Basteln.

Antworten

Zurück zu „Hardwareentwicklung und Selbstbau von Aktoren und Sensoren“