Schimmelwarner für die Homematic ... Interesse?

Entwicklung und Bau von Hardware aller Art, die im HM-Umfeld eingesetzt werden kann

Moderator: Co-Administratoren

FUEL4EP
Beiträge: 375
Registriert: 01.11.2017, 17:26
Hat sich bedankt: 56 Mal
Danksagung erhalten: 43 Mal

Re: Schimmelwarner für die Homematic ... Interesse?

Beitrag von FUEL4EP » 07.06.2021, 20:07

Hi Baxxy et al,

der Vollständigkeit halber hier noch ein wichtiger Hinweis:

Für einen Vergleich von absoluten Luftfeuchtigkeiten müssen beide beteiligten Sensoren vorher kalibriert werden:

1. beide Sensoren direkt nebeneinander oder übereinander legen
2. in einer ersten Nacht mittels Histogramms den Temperaturunterschied bestimmen
3. den ermittelten Temperaturunterschied im WebUI als Offsetkorrektur eingeben
4. in einer zweiten Nacht mittels Histogramm den Unterschied der relativen Luftfeuchte bestimmen
5. den ermittelten Unterschied der relativen Luftfeuchte im WebUI als Offsetkorrektur eingeben

Messung immer nachts, da da die Messkurven ‚glatter‘ sind. Bei 3. und 5. das Vorzeichen des Korrekturwerts so eingeben, dass die Messwertdifferenz der beiden Sensoren rechnerisch Null wird.
Grüße

Ewald

klassisch
Beiträge: 3908
Registriert: 24.03.2011, 04:32
System: Alternative CCU (auf Basis OCCU)
Hat sich bedankt: 74 Mal
Danksagung erhalten: 67 Mal

Re: Schimmelwarner für die Homematic ... Interesse?

Beitrag von klassisch » 07.06.2021, 20:45

Übr die Kalibriermethode muß ich nochmals nachdenken, weil ich sie aufgrund der Nichtlinearitäten nicht durchschaue.
Prinzipiell interessiert uns erst mal die absoute Feuchte. Zumindest für die erste Frage "Fenster (Tor, Lüfter) auf oder zu". Also würde ich die beiden Sensoren erst mal gemeinsam in ein Dewar stecken und die absolute Feuchte vergleichen.
Ich hätte jetzt aber kein Korrekturkonzept parat, welches auch die Nichtlinearitäten berücksichtigt.

Deshalb verfolge ich derzeit eine einfachere Strategie: Ich nutze für drinnen und draußen den gleichen Sensortyp. Und da gebe ich in Summe einen Zehner mehr aus und kaufe die genaueren und stabileren.
Der BME280 ist innen zwar gut, aber draußen hat er sich bei mir reproduzierbar nicht bewährt. Eugen hat diese Erfahrung ja auch gemacht.
Deshalb nutze ich innen sowie außen jeweils einen SHT35 und hoffe auf einen guten Gleichlauf der absoluten Feuchte.
Eine Korrektur mache ich derzeit nicht. Dazu müßte ich erst mal wissen, wie die Sensoren arbeiten und wie bei den Sensoren die Temperatur- und Feuchtemeßwerte zusammenhängen. Dann könnte ich (vielleicht) rechnen, wie eine Offsetkorrektur der Temperatur die Feuchteanzeige beeinflußt.

FUEL4EP
Beiträge: 375
Registriert: 01.11.2017, 17:26
Hat sich bedankt: 56 Mal
Danksagung erhalten: 43 Mal

Re: Schimmelwarner für die Homematic ... Interesse?

Beitrag von FUEL4EP » 07.06.2021, 21:02

Obige Anleitung ist unabhängig vom verwendeten Sensortyp.
Meine Erfahrung ist, dass Sensoren auch gleichen Typs Abweichungen haben, wenn sie direkt nebeneinander oder gar in einem Dewar sind.

Obige Anleitung ist eine einfache Einpunktkalibrierung.

Wer viel Energie reinstecken möchte, kann auch eine Zweipunktkalibrierung machen oder sogar nichtlinear mit Splines interpolieren und damit Kalibrieren. Meine Erfahrung ist, dass die simple Einpunktkalibrierung schon die gröbsten Abweichungen beseitigt, was für die meisten Anwendungen völlig ausreicht. Wissenschaftlich Ambitionierte können sich da sicher mit hohem Zeit- und Materialeinsatzes noch wesentlich bessere Lösungen erarbeiten. Für eine ‚einfache‘ Lüftersteuerung tut es auch eine Stelle hinterm Komma :D
Grüße

Ewald

Baxxy
Beiträge: 3610
Registriert: 18.12.2018, 15:45
System: Alternative CCU (auf Basis OCCU)
Hat sich bedankt: 249 Mal
Danksagung erhalten: 611 Mal

Re: Schimmelwarner für die Homematic ... Interesse?

Beitrag von Baxxy » 07.06.2021, 21:37

FUEL4EP hat geschrieben:
07.06.2021, 20:07
noch ein wichtiger Hinweis
Den ich natürlich aus deiner Anleitung zum Gerät schon kannte und auch befolgte. :wink:
Für die "Kalibrierung" mussten ein 1xSTHD; 1xWTH-2; 1xHM-TC-IT-WM-W-EU und 1xBaumarkt Wetterstation mit Aufzeichnungsfunktion Messwerte spenden deren Mittel ich mittels Offset dem HB-UNI-Sensor1-THPD-BME280 übergab. Für einige sicher zu unpräzise, für mich aber ausreichend. Frei nach dem Motto...
FUEL4EP hat geschrieben:
07.06.2021, 21:02
eine Stelle hinterm Komma
...reicht.

Um noch kurz zurück zum Thread-Thema und Eugens Frage zu kommen...
Interesse ja, aber das gezeigt Gerät wäre für meinen Einsatzbereich "zu technisch". Für unser Ferienhaus bräuchte ich idealerweise eine Einheit aus Innen- und Aussensensor die unabhängig von Homematic die Schimmelwarnung bzw. Lüftungsempfehlung berechnet und anzeigt. Beim Innensensor wäre eine unmissverständliche Anzeige sinnvoll die dem lieben Gast sinngemäß sagt... "Lüfte gefälligst sonst fangen deine Klamotten im Schrank an zu schimmeln!" :mrgreen:
Die momentan dafür genutzte HM-Dis-TD-T löst bei den Gästen beim umschalten eher einen Schreck anstelle eines Lüftungsreflexes aus.

Grüße
Baxxy

TomMajor
Beiträge: 1537
Registriert: 30.08.2017, 23:25
Hat sich bedankt: 143 Mal
Danksagung erhalten: 311 Mal
Kontaktdaten:

Re: Schimmelwarner für die Homematic ... Interesse?

Beitrag von TomMajor » 15.06.2021, 13:16

FUEL4EP hat geschrieben:
06.06.2021, 14:29

Hier die absolute Luftfeuchte außen in den letzten 4 Monaten (die Ausreißer sind Resets meiner RM und ein DB-Crash meines Historians):
Hi Ewald,

wie zufrieden bist du eigentlich mit dem Historian?
Ich habe den ioBroker im Betrieb, eigentlich nur für die Diagramme (weil die HM internen zu beschränkt sind), aber der Broker kostet auch immer zusätzlichen Aufwand in HW und Pflege/Updates. Ich überlege mal den Historian zu probieren und den Broker mittelfristig loszuwerden, mein Ziel ist immer wenn möglich KISS sowie ein robustes System mit möglichst wenig Pflegeaufwand.

Du schreibst von einem DB-Crash des Historians, ist das die Stelle B wo du es 3 Tage nicht gemerkt hast? Sonst könnte die Stelle B auch ein simples Aus der Zentralle für diese Zeit sein.
Und die Stellen A1 und A2 haben wohl nichts mit der DB zu tun sondern dort lag es an den Sensoren selbst vermute ich, weil es ja immer nur einen von beiden betraf.
Also insgesamt sieht das Diagramm ja ziemlich gut aus für 4 Monate find ich.
Dateianhänge
abs_humidity_garage_outdoor.png
Viele Grüße,
Tom

FUEL4EP
Beiträge: 375
Registriert: 01.11.2017, 17:26
Hat sich bedankt: 56 Mal
Danksagung erhalten: 43 Mal

Re: Schimmelwarner für die Homematic ... Interesse?

Beitrag von FUEL4EP » 15.06.2021, 14:06

Hi Tom,

mit dem CCU Historian selbst als Software bin ich sehr zufrieden. Läuft ohne Probleme.

Wo man aufpassen muss und wo ich selbst viel 'Lehrgeld' bezahlen musste, ist die Hardware, wenn man einen Raspberry Pi 3B+ benutzt (wahrscheinlich auch auf einem Raspberry Pi 3 oder einem Raspberry Pi 2). Der Historian läuft bei mir auf einem separaten, dedizierten Raspberry Pi 3B+, der über ein LAN Kabel mit meiner RaspberryMatic verbunden ist, die auch auf einem Raspberry Pi 3B+ läuft. Beide Raspis sind in einer DMZ und gehen auch bei abgeschaltetem LAN/WLAN des Hauptrouters.

Raspberry Pi 3B+ haben die unangenehme Eigenschaft, dass sie immer wieder gerne USB Sticks 'verfrühstücken', sprich kaputt schreiben, wenn es Spannungseinbrüche gibt. Ich hatte da lange mit zu kämpfen.

Wichtig für einen stabilen Betrieb eines CCU Historians auf einem Raspberry Pi 3B+ sind daher folgende Punkte:

1. Historian Datenbank auf einem externen USB 2.0 Stick, am Besten mit 16 GByte oder 32 GByte (nicht mehr wegen Strom!) abspeichern.
=> ein USB 3.0 USB Stick zieht zu viel Strom für einen Raspi 3B+. Führte immer zum 'Verfrühstücken' des Sticks, siehe oben.
=> ein Raspberry Pi 3B+ unterstützt ohnehin nur USB2.0

2. Einen qualitativ hochwertigen USB 2.0 USB Stick nehmen, der häufig beschrieben werden kann, am Besten einen Stick mit Industrial Grade.

3. Direkt am GPIO Port an 3.3V <-> GND mit Pfostenstecker und kurzen Leitungen 470uF/10V Elko + 100 nF Keramikkondensator anbringen.
=> das hatte ich mal im Internet gefunden (siehe auch hier), das hilft schon sehr viel

4. Ein qualitativ hochwertiges USB Netzteil mit 5.1 V Ausgangsspannung für den raspberry PI 3B+ verwenden. Auf kurze Versorgungsleitung achten.

5. Den CCU Historian so konfigurieren (siehe Handbuch), dass er nur ca. jede Stunde Daten auf den USB Stick schreibt.

6. Den CCU Historian so konfigurieren (siehe Handbuch), dass er mindestens einmal in der Woche ein Backup der Datenbasis auf dem USB Stick macht.

7. Über einen Cron-Prozess die Anzahl der Datenbank-Backups auf ca. 3..4 begrenzen.

8. Den CCU Historian jede Nacht über einen Cron-Prozess beenden, dann >5 (besser 10) Minuten warten, dann wieder über einen Cron-Prozess hochfahren.

9. Den Raspi Pi 3B+ ein Mal in der Woche über einen Cron-Prozess neu booten.

Die Maßnahmen 1. - 9. ermöglichen einen stabilen Betrieb über Monate hinweg.

Du schreibst von einem DB-Crash des Historians, ist das die Stelle B wo du es 3 Tage nicht gemerkt hast
Ja, das war nur ein "nicht Neustart" nach Punkt 8. Das passiert dann, wenn der Historian zu lange zum Runterfahren (/etc/init.d/ccu-historian stop) braucht und noch nicht fertig mit Runterfahren ist, wenn das Kommando zum Restart (/etc/init.d/ccu-historian start) kommt. Ein größerer Zeitabstand zwischen Stop und Restart des Historians hilft hier.

Die anderen Unterbrechungen waren kurzfristige Bootaktionen meiner RaspberryMatic-Zentrale, um mein Addon zu testen. Dabei hängt dann auch schon mal die Verbindung der beiden Raspis. Ich habe leider nur ein Live und kein dediziertes Testsystem.
Grüße

Ewald

Baxxy
Beiträge: 3610
Registriert: 18.12.2018, 15:45
System: Alternative CCU (auf Basis OCCU)
Hat sich bedankt: 249 Mal
Danksagung erhalten: 611 Mal

Re: Schimmelwarner für die Homematic ... Interesse?

Beitrag von Baxxy » 15.06.2021, 15:32

Ich gebe mal etwas OT-Senf dazu... :wink:

Bei mir lief der Historian über ca. 2 Jahre als Add-On direkt auf der originalen CCU3 Hardware inklusive original Netzteil völlig problemlos.
Seine Datenbank wurde auf eine USB-->SATA SSD geschrieben. "Heruntergefahren" wurde der nur bei Zentralen-Firmware-Upgrades oder ab und an mal zum "-recalc(en)" und -compact(en). Auch mein Historian erstellt ein wöchentliches Backup der Datenbank auf der SSD die ich dann extern wegsichere.

Inzwischen wurde die (CCU)Hardware geändert zum Pi4B-2GB. Durch die nun verfügbare USB3 Anbindung der SSD und dem mehr an "wumms" des Pi4B ist die Bedienung des Historian definitiv flotter geworden.

Wenn man die Möglichkeit hat sollte man m.E. den Historian aber auf performanterer Hardware laufen lassen.
Hier in meiner Testumgebung läuft der Historian in einer VM unter Windows und zeichnet zeitweise die Daten von bis zu 4 Zentralen gleichzeitig auf.
Man merkt den Unterschied zum Pi4B-Historian.

Grüße
Baxxy

FUEL4EP
Beiträge: 375
Registriert: 01.11.2017, 17:26
Hat sich bedankt: 56 Mal
Danksagung erhalten: 43 Mal

Re: Schimmelwarner für die Homematic ... Interesse?

Beitrag von FUEL4EP » 15.06.2021, 17:33

Hi Baxxy,

danke für Deine Erfahrungen. Deinen Ansatz USB-->SATA SSD finde ich gut. Wie viel Leistung verbraucht denn USB-->SATA SSD mehr als ein reiner USB Stick?

Bei meinen 24/7/365 Geräten 'geize' ich um jedes Watt, da jedes Watt Dauerleistung mit ~ 2 Euro/Jahr zu Buche schlägt.
SmartHome muss m.E. auch 'smart' vom Leistungsbedarf sein.
Grüße

Ewald

TomMajor
Beiträge: 1537
Registriert: 30.08.2017, 23:25
Hat sich bedankt: 143 Mal
Danksagung erhalten: 311 Mal
Kontaktdaten:

Re: Schimmelwarner für die Homematic ... Interesse?

Beitrag von TomMajor » 15.06.2021, 17:37

Um funkleuchtturms thread nicht komplett zu kapern bitte hier weitermachen:
viewtopic.php?f=76&t=68240
Viele Grüße,
Tom

Antworten

Zurück zu „Hardwareentwicklung und Selbstbau von Aktoren und Sensoren“