ich habe einem Freund in seinem Neubau dabei unterstützt, einen RS485 Wired Bus mit HomeMatic zu realisieren.
Insgesamt an die 30 Aktoren inkl. 12/7 IO, 12 SW, Rolladen-Aktoren.
Neben dem Wired LAN-Gateway gibt es noch den Integrieren Busabschluss/Überspannungsschutz.
Alle Geräte hängen sternförmig an einer zentralen Phoenix KNX-Verteilung.
Das hat alles super und ohne Störungen funktioniert, bis... offenbar beim Abkleben einer Steckdose ein Kurzschluss zwischen 24V und des B-Kanal erfolgte.
Seitdem ist "Funkstille" - die Geräte werden als "gestört" gemeldet und ein Schalten über die CCU ist nicht mehr möglich.
Direktverknüpfungen funktionieren noch, allerdings haben wir ausschließlich Verknüpfungen die auf dasselbe Gerät gehen (also IO-Modul Taster auf dasselbe IO-Modul Relais Ausgang).
Demnach können wir nicht prüfen, ob Geräteübergreifende Direktverknüpfungen noch funktionieren würden...
Mangels Oszilloskop kann ich nur mit einem Multimeter messen und habe auf Kanal A dauerhaft 4,26 Volt, auf Kanal B = 0 Volt.
Wenn ich über die CCU einen Schaltimpuls bei irgend einem Modul verursache, messe ich auf dem Kanal A einen ganz kleinen Anstieg und auf Kanal B so 3,xx Volt - kann auch 4,xx Volt sein, das springt sofort wieder runter bis 0 Volt (mein Multimeter hat keine Max-Anzeige).
Zusammengefasst
Kanal A gegen Masse: 4,26 Volt - bei einem Schaltvorgang etwas mehr
Kanal B gegen Masse: 0,00 Volt - bei einem Schaltvorgang +3 bis +4 Volt kurzzeitig
Demzufolge passiert auf dem BUS noch was, aber es wird nichts geschaltet....
Es kommen auch keine Status-Informationen, lt. CCU sind alle Module gestört....
Passen diese Messwerte?
Wenn ich es richtig verstanden habe, sollte doch auf A und B grundsätzlich dieselbe Spannung anliegen und nur durch den Differentialunterschied die Daten austauschen? Ich habe leider keinen Mess-Stand von vor dem Unglück als Referenz...
Weitere Versuche waren die Direktverbindung von A+B zwischen LAN-Modul und einem einzelnen Aktor. Kein Abschlusswiederstand, lediglich ein einzelnes Modul. => ebenfalls Fehlanzeige, keine Kommunikation.
Das Debug-Log in der CCU meldet:
Feb 22 13:30:47 homematic-ccu2 user.err hs485d: LGW_RPL_ANSWER ERROR - request was 53
Feb 22 13:30:47 homematic-ccu2 user.debug hs485d: HS485ControllerLGW::SendMessage(msg): Failed
Feb 22 13:30:47 homematic-ccu2 user.debug hs485d: HS485ControllerLGW::SendMessage(msg): Send failed...retrying
[...]
Hat jemand eine Idee was wir noch versuchen können?
Vermutlich hat die +24 Volt auf dem Datenkanal die RS485 Treiber gegrillt, oder?
Hatte schonmal jemand so einen Fall?
Könnte ein Oszilloskop hier irgendwas positiv zur Findung des Problems beitragen?
Unsere geplanten weiteren Schritte:
Erstmal das LAN-Modul austauschen, vielleicht ist da der RS485-Chip defekt.
Dann ein Zweites, bisher noch nicht angeschlossenes Modul direkt dran hängen und kucken ob dann überhaupt wieder was funktioniert.
Und dann Modul für Modul austauschen, ggf. durch Austausch des RS485-Chips direkt im Modul.
Lohnt sich die Investition in den "großen" Busabschlusswiederstand neben einem separaten Überspannungsschutz?
Wäre extrem blöd, wenn durch den Kurzsschluss alle Module gegrillt wären...
Beste Grüße,
Jürgen