Frage zur Heizungsregelung im Neubau

Allgemeines zur HomeMatic Haussteuerung

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agravelm
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Frage zur Heizungsregelung im Neubau

Beitrag von agravelm » 13.05.2018, 21:23

Hallo zusammen,

ich habe verschiedene Fragen zum Einsatz von Homematic IP Komponenten zur Regelung der Heizungsanlage in einem Neubau. Eingangs möchte ich noch erwähnen, dass ich mich erst seit relativ kurzer Zeit mit den HM-IP-Komponenten beschäftige und ich somit absoluter Laie auf diesem Gebiet bin, mir die HM-IP-Komponenten allerdings als recht anwenderfreundlich erscheinen. Ich hoffe, dass ich mich damit nicht total täusche... :wink:

Damit Ihr mein Vorhaben besser einschätzen könnt, findet Ihr im Folgenden zunächst einige Hintergrundinformationen zum Neubau.

:!: Der Neubau (KfW-40-Plus-Effizienzhausstandard) befindet sich derzeit im Bau. Als Heizungsanlage wird eine invertergeführte Sole/Wasser-Wärmepumpe (Alpha Innotec WZSV 62K3M) zum Einsatz kommen, welche zum Heizen sowie zum passiven Kühlen und zur Brauchwarmwasserbereitung eingesetzt werden soll. Das gesamte Haus ist mit einer Fußbodenheizung ausgestattet und besitzt 13 Heizzonen und 19 Heizkreise.

Diesbezüglich habe ich mir die Frage gestellt, welche HM-IP-Komponenten ich beschaffen müsste, damit ich ein funktionierendes Gesamtsystem inkl. Heiz- und Kühlfunktion realisiere. Des Weiteren habe ich mir die Frage gestellt, ob die Verwendung von HM-IP-Komponenten überhaupt die richtige Wahl ist, oder ob nicht doch ein anderes System bzw. kein Heizungsregelungssystem im Neubau einsetzen sollte. :?:

Bisher habe ich angedacht folgenden HM-IP-Komponenten einzusetzen, wobei ich mich frage, ob ich wirklich alle Komponenten benötige oder Komponenten „eingespart“ werden könnten.

13 x Wandthermostat mit Schaltausgang 230 V HMIP-BWTH
1 x Fußbodenheizungsaktor HMIP-FAL230-C10
1 x Fußbodenheizungsaktor HMIP-FAL230-C6
1 x Multi IO Box HmIP-MIOB
19 x Stellantrieb 230 V EQ3-VD230
1 x Access Point HMIP-HAP bzw. 1 x CCU3

Es wäre nett, wenn Ihr mir Eure Meinung zum geplanten Vorhaben mitteilen würdet. Ich stelle mir dabei u. a. die Frage, ob ich zwingend die beiden Fußbodenheizungsaktoren HmIP-FAL230-C10 und HmIP-FAL230-C6 benötige, oder ob ich eine einfachere Lösung nur mittels HMIP-BWTH´s, EQ3-VD230´s und HmIP-MIOB aufbauen kann. Mir erschließt sich nämlich noch nicht die Notwendigkeit der beiden Aktoren HmIP-FAL230-C10 und HmIP-FAL230-C6, da ich doch mittels der Schaltausgänge der HmIP-BWTH´s bereits die Stellantriebe ansteuern kann. Wozu benötige ich dann noch die beiden FAL´s und was ist der Vorteil durch die Verwendung der FAL´s?

:!: Zur Info: Als Thermostate habe ich bewusst die HMIP-BWTH´s und nicht die HMIP-WTH2´s gewählt, da die HMIP-BWTH´s keine Batterien benötigt. Zum Heizen und Kühlen wäre evtl. noch der Einsatz des Homematic IP 2-fach Schaltaktors HmIP-WHS2 für Heizungsanlagen möglich gewesen. Da dieser allerdings eine recht lange Lieferzeit hat, habe ich diesen zunächst ausgeschlossen.

Über eine rege Diskussion würde ich mich sehr freuen :)

Vielen Dank im Voraus!

Viele Grüße

alchy
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Re: Frage zur Heizungsregelung im Neubau

Beitrag von alchy » 13.05.2018, 21:33

agravelm hat geschrieben:
wobei ich mich frage, ob ich wirklich alle Komponenten benötige oder Komponenten „eingespart“ werden könnten.
Klarer Fall, da ja die Wandthermostate mit Schaltausgang 230 V HMIP-BWTH die Ventile schalten, brauchst du doch keine FAL.
Grob entweder HMIP-WTH2 + FAL oder HMIP-BWTH

Die 1 x Multi IO Box HmIP-MIOB für was noch mal?
Warum die ELV Ventile?

Du findest hier jede Menge Threads zu dem Thema über die obere Suche.

Alchy

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Ignoranz ist die Summe aller Maßnahmen die man ergreift, um bestehende Tatsachen nicht sehen zu müssen.

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agravelm
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Re: Frage zur Heizungsregelung im Neubau

Beitrag von agravelm » 13.05.2018, 22:33

Die 1 x Multi IO Box HmIP-MIOB für was noch mal?
Die Multi IO Box HmIP-MIOB habe ich ausgewählt, um zwischen der Heiz- und Kühlfunktion bei der Wärmepumpe umschalten zu können. Oder kann ich die Umschatung von Heizen auf Kühlen auch ohne MultiIO Box auf einer anderen Art und Weise realisieren? Falls ja, wie genau? Hier fehlt mir ehrlich gesagt die Erfahrung.
Warum die ELV Ventile?
Habe mir bei der Auswahl der Ventile keinen großen Kopf gemacht. Gibt es irgendetwas was spricht gegen die ELV-Ventile spricht? Welche Ventile sind zu empfehlen? :?

deimos
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Re: Frage zur Heizungsregelung im Neubau

Beitrag von deimos » 13.05.2018, 22:41

Hi,

über die Suchfunktion gibt es schon viel zu dem Thema, daher nur kurz: Bei einer korrekt geplanten Heizung in einem KfW40 Neubau brauchst du eigentlich überhaupt keine Einzelraumreglung, Stichworte sind hydraulischer Abgleich und Außentemperaturgesteuerte Heizkurve.

Eine ERR (egal welches System) sorgt nur dafür, dass der Heizungsbauer seine Hausaufgaben nicht richtig machen muss auf Kosten deiner zukünftigen Heizkosten.

Viele Grüße
Alex

g60vx
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Re: Frage zur Heizungsregelung im Neubau

Beitrag von g60vx » 14.05.2018, 09:42

Das sehe ich auch so. Die Speichermasse der FBH ist so träge, da macht es nur Sinn bei Urlaub oder längerer Abwesenheit die Heizung herunterzufahren aber dann fürs ganze Haus und nicht Raumweise.
Die Überhitzung der Räume durch Sonneneinstrahlung bekommst du mit dem Abwürgen der Heizkreise auch nicht rausgeregelt. Die WP braucht Durchfluss und damit niedrige Vorlauftemps. Sieh lieber zu, dass die Bäder soviel Heizflächen wie möglich bekommen, Stichwort Wandheizung! 1°C höhere VL-Temp macht ca. 2,5% Effizienz der WP aus!!!

darkbrain85
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Re: Frage zur Heizungsregelung im Neubau

Beitrag von darkbrain85 » 14.05.2018, 09:53

deimos hat geschrieben: über die Suchfunktion gibt es schon viel zu dem Thema, daher nur kurz: Bei einer korrekt geplanten Heizung in einem KfW40 Neubau brauchst du eigentlich überhaupt keine Einzelraumreglung, Stichworte sind hydraulischer Abgleich und Außentemperaturgesteuerte Heizkurve.

Eine ERR (egal welches System) sorgt nur dafür, dass der Heizungsbauer seine Hausaufgaben nicht richtig machen muss auf Kosten deiner zukünftigen Heizkosten.

Kann ich so unterschreiben! In meinem Fall ein 6 Monate alter KFW55 Neubau. Hier hat auch der Heizungsbauer mit einem viel zu hohen Vorlauf alles auf die ERR abwälzen wollen.
Zum Glück hatte ich die ERR gezielt aus dem Vertrag genommmen und dafür Homematic Thermostate bestellt.

Die ERR ist allerdings den ganzen Winter nicht einmal aktiv gewesen. Man darf nicht vergessen, dass die Stellantriebe auch nicht unerheblich Strom verbrauchen.

Den nötigen Hydraulischen Abgleich kann übrigens der Installateur kaum selber machen. Er kann zwar am Heizkreisverteiler den berechneten Durchfluss einstellen, aber der genaue abgleich kann im Prinzip nur vom Bewohner erfolgen. Infos wie man den Ablgeich durchführen kann, gibt es im Internet reichlich. Allerdings kannst Du das erst wieder im späten Herbst machen, wenn die Temperaturen entsprechend niedrig sind.

Warum die EnEV eine ERR vorschreibt, erschließt sich mir nicht. Fremdwärme kann damit nicht effektiv berücksichtigt werden. Dafür müsste ich irgendwann Nachts um drei Uhr schon wissen, wenn Morgens um 10 die Sonne den Raum aufwärmt.

Und auch wenn es wieder Diskussionen geben könnte: Die HMIP-FAL benötigt man in einem Neubau ganz sicher nicht. Eine PWM Steuerung über die einzelnen Heizkreise ist bei einem halbwegs anständigen Abgleich absolut unnötig, wenn nicht sogar kontrakproduktiv. Spar Dir die ganze Hardware!

Fazit: Stellantriebe runter lassen, alle Heizkreise auf und dann mit den Durchfllussreglern einen Abgleich machen. Damit wird dann der Wärmeeintrag pro Raum fest eingestellt.
Solltest Du eine Lüftungsanlage (KWL) haben, dann verabschiede Dich eh davon in den Räumen riesige Temperaturunterschiede einzustellen. Das wird Dir nämlich nicht (wirklich) gelingen!

deimos
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Re: Frage zur Heizungsregelung im Neubau

Beitrag von deimos » 14.05.2018, 10:03

Hi,

bei einem Neubau kann man den hydraulischen Abgleich relativ gut vorberechnen, wenn man eine korrekte raumweise Heizlastberechnung macht, die Länge der Leitungen pro Raum und die Wunschtemperatur pro Raum kennt. Das wird nicht 100% sein, weil manche Parameter nicht 100% genau bekannt sein werden für die exakte Heizlastbrechnung, aber auf 95% Idealwert sollte das ein guter Heizungsbauer problemlos hinbekommen.

Für die Verpflichtung mit den ERR kann man meistens auch relativ einfach eine Ausnahmeregelung bekommen mit dem Hinweis auf hydraulischer Abgleich, Außentemperaturgesteuert und Selbstregelungseffekt der FBH.

Viele Grüße
Alex

darkbrain85
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Frage zur Heizungsregelung im Neubau

Beitrag von darkbrain85 » 14.05.2018, 10:06

Ja, ich habe bei mir letztlich mit meinen Planungsubterlagen den Durchfluss grob ausgerechnet. Aber das würde jetzt hier den Rahmen sprengen. Die Kunst ist dann, die errechneten Werte mit diesen „Schätzeisen“ auch korrekt einzustellen. Mehr als „ungefähr“ und dann nachregeln geht da eh nicht.

Eine Ausnahmegenehmigung braucht man an sich nicht. Kontrolliert wird es eh nicht und der Verteiler mit der entsprechenden Möglichkeit ist ja da. Ob nun wirklich geregelt wird, weiß nur der Bewohner[emoji6]

Die Raumthermostate sind auch ohne ERR eine gute Sache. So sehe ich wenigstens die Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

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robbi77
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Re: Frage zur Heizungsregelung im Neubau

Beitrag von robbi77 » 14.05.2018, 11:35

Alle Thermostate auf 30°C eingestellt und die ERR ist auch fürn A.... kommt irgendwie dann aufs gleiche raus.


Gruß
Roberto
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http://www.eq-3.de/service/downloads.html
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Programmlogik: viewtopic.php?f=31&t=4251

agravelm
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Re: Frage zur Heizungsregelung im Neubau

Beitrag von agravelm » 14.05.2018, 15:58

Hallo zusammen,

zunächst einmal vielen Dank für die Bereitstellung der Informationen. Ich habe nun verstanden, dass eine ERR in meinem Fall nicht sinnvoll ist und besser einen ordentlichen hydraulischen Abgleich sowie eine außentemperaturgesteuerte Heizkurve anwenden sollte. Auch der Einsatz der HMIP-FAL ist bei mir nicht zu empfehlen.

Nun ist es allerdings so, dass ich trotzdem gerne von unterwegs aus die Kühlfunktion meiner Wärmepumpe aktivieren möchte, damit ich beim Eintreffen ein gut temperiertes Haus vorfinde :| . Zudem möchte ich gerne einen Überblick über die Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten in den einzelnen Räumen haben, um ein ggf. auftretendes Tauwasserproblem entgegenwirken zu können bzw. von der Regelung entgegenwirken zu lassen. Welche Komponenten benötige ich hierzu bzw. wie würdet Ihr die Sache angehen/realisieren?

Des Weiteren habe ich die folgenden Fragen.
Zum Glück hatte ich die ERR gezielt aus dem Vertrag genommmen und dafür Homematic Thermostate bestellt.
Welche Homematic Thermostate hast du eingesetzt und würdest du die HMIP-BWTH einsetzen?
Für die Verpflichtung mit den ERR kann man meistens auch relativ einfach eine Ausnahmeregelung bekommen mit dem Hinweis auf hydraulischer Abgleich, Außentemperaturgesteuert und Selbstregelungseffekt der FBH.
Gibt es ein entsprechendes Musterschreiben hierzu? Falls ja, wo?
Alle Thermostate auf 30°C eingestellt und die ERR ist auch fürn A.... kommt irgendwie dann aufs gleiche raus.
Was genau möchtest du mir hiermit sagen? :roll:

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