Logik von virtuellen Kanälen

HMIP lokale Installation

Moderator: Co-Administratoren

Antworten
Bricoleur
Beiträge: 3
Registriert: 16.01.2020, 19:00

Logik von virtuellen Kanälen

Beitrag von Bricoleur » 16.01.2020, 19:09

Guten Tag,
ich habe erst kürzlich mit Homematic begonnen, habe aber schon einige Programme und Scripte auf der CCU3 und auch Direktverknüpfungen erfolgreich zum Laufen gebracht.
Jetzt habe ich aber ein Problem mit der logischen Verknüpfung der virtuellen Kanäle. Trotz Lesens der Beiträge hier im Forum (Darstellung als Logik-Gatter), der verfügbaren Anleitungen und Ansehens der diversen Videos von den Usertreffen arbeiten die Verknüpfungen nicht so, wie ich danach meinte, dass sie arbeiten sollten.
Die Aufgabe, die ich per Direktverknüpfungen lösen möchte: Das Außenlicht soll eingeschaltet werden, wenn die Helligkeit unterhalb eines Schwellwertes liegt und bei Überschreiten des Wertes wieder ausgeschaltet werden. Allerdings soll das Licht in der Zeit von (frühestens) 16h bis 22h dauerhaft eingeschaltet sein. In der übrigen Zeit soll das Licht nur für 2 min bei erkannter Bewegung durch den Bewegungsmelder eingeschaltet werden. Eingesetzte Geräte: HMIP-PS; HMIP-SWO-B (Helligkeitswert), HMIP-SMO (Bewegungsmelder).
Bei der HMIP-PS ist der ausführende Hauptkanal der Kanal 3 (Wurde mir auf Nachfrage vom EQ-3-Support bestätigt.). Daher habe ich die Direktverknüpfung mit dem HMIP-SWO-B (Helligkeit) auf Kanal 3 gelegt und diesen mit AND verknüpft. Die Direktverknüpfungen mit dem HMIP-SMO und mit dem Zeitprogramm von der CCU liegen auf Kanal 4 und 5, die jeweils OR verknüpft sind.
Nach meinem Verständnis sollte jetzt das Licht wie gewünscht erst angehen, wenn auf Kanal 3 beide Eingangswerte EIN sind. Leider aber schaltet das Zeitprogramm um 16.00h das Licht ein, obwohl sowohl der Bewegungsmelder als auch der Helligkeitswert auf AUS stehen. Ich habe das mal mit CCU-Historian protokolliert (siehe Bild): Das Licht wird vom HMIP-PS zum Zeitpunkt A eingeschaltet, obwohl es nach meinem Verständnis erst zum Zeitpunkt B geschaltet werden sollte.
Wo ist mein Denkfehler?? Was muss ich ändern?
HM Verknüfung1.png
Zuletzt geändert von alchy am 19.01.2020, 19:32, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: verschoben aus HomeMatic IP Aktoren und Sensoren

Benutzeravatar
Sammy
Beiträge: 9182
Registriert: 09.09.2008, 20:47
Hat sich bedankt: 15 Mal
Danksagung erhalten: 145 Mal

Re: Logik von virtuellen Kanälen

Beitrag von Sammy » 17.01.2020, 08:41

Hallo,

es gibt keinen "ausführenden Hauptkanal".
Das Einstellen von AND bei Kanal 3 ist absoluter Unfug. Gemäß der Doku wird nämlich "0" AND Kanal 3 gebildet, was IMMER "0" ergibt.
Das Ergebnis DAVON (also "0") hast Du "OR" verknüpft mit Kanal 4, was also als Ergebnis den Wert von Kanal 4 hat.
Diese Ergebnis ist wieder OR verknüpft mit Kanal 5.

Richtig wäre gewesen ein AND zwischen Kanal 3 und 4 (was man bei Kanal 4 konfiguriert) und ein OR mit Kanal 5 (Zeitsteuerung)

Gruß Sammy
Links: CCU-Logik, Tipps für Anfänger, WebUI-Doku, Expertenparameter, virtuelle Aktorkanäle
Inventur vom 22.01.14: 516 Kanäle in 165 Geräten, 132 Programme, 270 Direkte Verknüpfungen
Ich übernehme für alle von mir gegebenen Hinweise, Tipps und Links keine Haftung! Das Befolgen meiner Tipps ist nur für Fachkundige gedacht und erfolgt auf eigene Gefahr!

Bricoleur
Beiträge: 3
Registriert: 16.01.2020, 19:00

Re: Logik von virtuellen Kanälen

Beitrag von Bricoleur » 17.01.2020, 10:18

Danke Sammy,

für die schnelle Antwort. Ich werde die Logik dann so umstellen.

Mein Problem war ja, dass ich nicht sicher war, in welcher Folge die Kanäle verknüpft sind.

Und die Antwort vom eq-3-Support auf meine diesbezügliche Frage sah so aus:

"Bei der HMIP-PS ist der ausführende Hauptkanal der Kanal 3.
Dieser sollte in Programmen oder direkten Verknüpfungen genutzt werden.
Die Kanäle 4 und 5 sind ebenfalls Aktorkanäle, jedoch nur virtuell und können über die Systemeinstellung mit dem Aktorkanal 3 logisch verknüpft werden."

Daher auch meine Formulierung "ausführender Hauptkanal".

Benutzeravatar
Roland M.
Beiträge: 5376
Registriert: 08.12.2012, 15:53
Wohnort: Graz, Österreich
Hat sich bedankt: 49 Mal
Danksagung erhalten: 218 Mal

Re: Logik von virtuellen Kanälen

Beitrag von Roland M. » 17.01.2020, 11:09

Hallo!
Bricoleur hat geschrieben:
17.01.2020, 10:18
Mein Problem war ja, dass ich nicht sicher war, in welcher Folge die Kanäle verknüpft sind.
Die Frage hätte leicht über die angebotene Hilfe beantwortet werden können:


------------------------------------
Der Kanalzustand wird durch eine Verknüpfung der virtuellen Kanäle mit dem Realkanal nach folgender Regel bestimmt:

Ausgangspegel = (((0 o A) o B) o C)

Es gilt dabei folgende Definition:

A = Zustand des ersten virtuellen Kanals
B = Zustand des zweiten virtuellen Kanals
C = Zustand des dritten virtuellen Kanals

o = Verknüpfungsregel des dazugehörigen Kanals
Klammern werden von innen nach aussen abgearbeitet.

Bedeutung der einzelnen Verknüpfungsregeln:
Kanal inaktiv: Der Kanal wird bei der Verknüpfung ignoriert.
OR: Das Verknüpfungsergebnis ist EIN, wenn mindestens ein Kanal EIN ist.
AND: Das Verknüpfungsergebnis ist EIN, wenn beide Kanäle EIN sind.
XOR: Das Verknüpfungsergebnis ist EIN, wenn nur genau ein Kanal EIN ist.
NOR: Das Verknüpfungsergebnis ist EIN, wenn beide Kanäle AUS sind.
NAND: Das Verknüpfungsergebnis ist EIN, wenn mindestens ein Kanal AUS ist.
OR_INVERS: Der Zustand des zu verknüpfenden Kanals (rechts vom 'o') wird zuerst invertiert und anschließend die Verknüpfung OR ausgeführt.
AND_INVERS: Der Zustand des zu verknüpfenden Kanals (rechts vom 'o') wird zuerst invertiert und anschließend die Verknüpfung AND ausgeführt.
Beispiel:
A = EIN, B = AUS, C = EIN

Verknüpfung: (((AUS OR A) NOR B) AND_INVERS C)

AUS OR A = EIN
EIN NOR B = AUS
AUS AND_INVERS C = AUS

Der Zustand Aktors ist AUS

------------------------------------

Die Aussage vom eQ-3-Support ist etwas ungeschickt. Jeder der drei virtuellen Kanäle ist gleichberechtigt - durch die Verknüpfungsregel (((0 o A) o B) o C) hat der dritte Kanal sogar die höchste Priorität!


Roland
Zur leichteren Hilfestellung bitte unbedingt beachten:
  • Bezeichnung (HM-...) der betroffenen Geräte angeben (nicht Artikelnummer)
  • Kurzbeschreibung des Soll-Zustandes (Was soll erreicht werden?)
  • Kurzbeschreibung des Ist-Zustandes (Was funktioniert nicht?)
  • Fehlermeldungen genau abschreiben, besser noch...
  • Screenshots von Programmen, Geräteeinstellungen und Fehlermeldungen (direkt als jpg/png) einstellen!

-----------------------------------------------------------------------
1. CCU2 mit ~100 Geräten
2. CCU2 per VPN mit ~30 Geräten
3. CCU2 per VPN mit ~40 Geräten
CCU1, Test-CCU2, Raspi mit Funkmodul,...

frd030
Beiträge: 356
Registriert: 14.07.2019, 20:49
Hat sich bedankt: 9 Mal
Danksagung erhalten: 35 Mal

Re: Logik von virtuellen Kanälen

Beitrag von frd030 » 17.01.2020, 11:43

Roland M. hat geschrieben:
17.01.2020, 11:09
Die Aussage vom eQ-3-Support ist etwas ungeschickt. Jeder der drei virtuellen Kanäle ist gleichberechtigt - durch die Verknüpfungsregel (((0 o A) o B) o C) hat der dritte Kanal sogar die höchste Priorität!
Dem ersten Satz stimme ich zu. Der zweite widerspricht sich aber ein wenig in sich selbst: da der dritte Kanal (hinsichtlich der Verknüpfung) Priorität hat, dann sind die Kanäle eben nicht gleichberechtigt. Die Reihenfolge der Auswertung ist entscheidend: zuerst wird der erste Kanal mit "0" verknüpft, dann der zweite mit dem Ergebnis und dann der Dritte wiederum mit diesem Ergebnis. Die Verknüpfung geschieht eben in genau dieser Reihenfolge!

Bricoleur
Beiträge: 3
Registriert: 16.01.2020, 19:00

Re: Logik von virtuellen Kanälen

Beitrag von Bricoleur » 17.01.2020, 13:45

@Roland
Den Hilfetext hatte ich gelesen, aber mir war nicht klar, wie die Bezeichnungen A,B,C mit den Nummern der (virtuellen) Kanäle korrelieren. Sind die Kanäle einfach in aufsteigender Reihenfolge der Kanalnummern verknüpft oder hat Kanal 3 eine Sonderstellung als "ausführender" Kanal? In der Folie 5 (Kanalstruktur eines Aktors) des Vortrags von Frank Graß beim User Treffen in Kassel sind die virtuellen Kanäle bei HMIP-Aktoren in dem Beispiel mit 4-6 bezeichnet und sie wirken auf einen Ausgangskanal 3. Das zusammen mit der oben von mir zitierten Antwort von eq-3 hat mich verwirrt.

Nach den Antworten hier und ein bisschen experimentieren mit dem Zusand des Ausgangs des HMIP-PS bei verschiedenen Zuständen der Kamäle und deren unterschiedlichen logischen Verknüpfungen habe ich hoffentlich das Thema verstanden:
Die Kanäle sind in aufsteigender Reihenfolge ihrer Nummern (3-4-5) verknüpft, wobei Kanal 3 der unterste ist, an dessen einem Eingang immer logisch 0 liegt.

Danke für die Hilfe.

Benutzeravatar
Sammy
Beiträge: 9182
Registriert: 09.09.2008, 20:47
Hat sich bedankt: 15 Mal
Danksagung erhalten: 145 Mal

Re: Logik von virtuellen Kanälen

Beitrag von Sammy » 17.01.2020, 13:52

In der Folie 5 wird als Beipiel ein Markenschalter-Aktor herangezogen, der 2 Taster hat.
0 = Gerät
1, 2 = Tasten
3 = Relais / Realkanal
4, 5, 6 virtuelle Aktorkanäle (4 = A, 5 = B, 6 = C)
Links: CCU-Logik, Tipps für Anfänger, WebUI-Doku, Expertenparameter, virtuelle Aktorkanäle
Inventur vom 22.01.14: 516 Kanäle in 165 Geräten, 132 Programme, 270 Direkte Verknüpfungen
Ich übernehme für alle von mir gegebenen Hinweise, Tipps und Links keine Haftung! Das Befolgen meiner Tipps ist nur für Fachkundige gedacht und erfolgt auf eigene Gefahr!

Antworten

Zurück zu „HomeMatic IP mit CCU“