Verständnisfrage HmIP-DSD-PCB

HMIP Sender und Empfänger der Serie Homematic IP

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cesh10a
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Verständnisfrage HmIP-DSD-PCB

Beitrag von cesh10a » 23.05.2020, 08:50

Ich habe eine Türklingel mit sehr einfachem Aufbau (wie ich vermute).

* Trafo im Schaltschrank, 8V~
* Türklingel (Taster)
* Elektromechanische Klingel

Ich vermute, ich habe einfach einen Stromkreis "Trafo -> Türklingeltaster -> Klingel -> Trafo", der beim Taster unterbrochen ist und beim Drücken des Tasters geschlossen wird. Dann klingelt die Klingel, weil Wechselspannung anliegt.

So viel zur Vorgeschichte und zur Analyse der Verkabelung.

Die rein mechanische Türklingel (Taster) habe ich vor einem Jahr durch ein RING DOORBELL ersetzt. Klappt gut.
Das Ding braucht Dauerstrom - und scheint den auch zu bekommen. Irgendwie scheint die Klingel also die Spannung "durchzulassen". Wenn ich die Türklingel ausbaue (einen der beiden Drähte entferne), dann meldet die RING DOORBELL, dass sie auf Akku läuft, also die Stromquelle ist weg.


Jetzt zur Frage:

Ich würde die Klingel gerne ausbauen und ersetzen durch einen Klingelsignalgeber. Und zwar durch den HMiP-DSD-PCB, https://de.elv.com/hmip-dsd-pcb-homemat ... 4280396665

Wenn ich die Klingel ausbaue, und stattdessen den HmIP-DSD-PCB einbaue, verhält der sich vom Stromfluss auch wie die Klingel, sprich: werde ich am RING DOORBELL dann auch die notwendige Spannung haben?

Ich hoffe, ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt :)

Xel66
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Re: Verständnisfrage HmIP-DSD-PCB

Beitrag von Xel66 » 23.05.2020, 09:03

Nein, wird sich nicht so verhalten. Da man das Teil auch zur Spannungserkennung einsetzen kann, dürfte der Eingang relativ hochohmig sein. Eine Reihenschaltung wird daher m.E. nicht funktionieren, weil zu wenig Betriebsstrom für die Ladung der Akkus der Doorbell zur Verfügung steht.

Gruß Xel66
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cesh10a
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Re: Verständnisfrage HmIP-DSD-PCB

Beitrag von cesh10a » 23.05.2020, 09:05

Ich hab's befürchtet. D.h. ich muss es parallel an die bestehende Klingel anklemmen? Also die beiden Klemmen der Klingel jeweils mit einer Klemme des HmIP-DSD-PCB? Oder habe ich das falsch verstanden?

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Re: Verständnisfrage HmIP-DSD-PCB

Beitrag von Xel66 » 23.05.2020, 09:23

Das wäre eine der Anschaltmöglichkeiten. Ich kenne die Möglichkeiten der Doorbell nicht und kenne daher deren Verhalten ebensowenig. Habe vor ewigen Zeiten mal was drüber gelesen. Ich vermute aber mal, dass die bei Betätigung des Klingelknopfes den Anschluss kurzschließt, um die vorhandene Klingel anzusprechen und ansonsten "lebt" sie von der Restspannung über die vorhandene Klingel. Das hieße aber auch, dass man an der Klingelstelle nicht einfach durchverbinden kann, weil sonst die Doorbell einen Kurzschluss bei Klingelbetätigung herstellt. Leider gibt es beim Hersteller unter der Typenbezeichnung keinen Download und beim Händler ebenso keine Anleitung.

Gruß Xel66
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Re: Verständnisfrage HmIP-DSD-PCB

Beitrag von cesh10a » 23.05.2020, 09:29

Ja, sie schließt wohl kurz, ebenso wie es ein "normaler" Klingeltaster machen würde. Wenn ich an den beiden Kontaktpunkten der Klingel messe, kann ich beim Klingeln Wechselspannung messen. Sonst messe ich 0V~.

Mein Ziel ist: ich will die elektromechanische Klingel tot stellen, weil ich sie nicht temporär aus stellen kann (wenn Kinder schlafen etc).

Meine Gedanken basierend auf den Infos:

* Ich lasse die Klingel angeklemmt
* ich nehme den Klöppel raus oder die beiden Metallplättchen am Rand. Dann lebt sie zwar, macht aber nie mehr Lärm
* ich schließe parallel zu den beiden Klingel-Kontaktpunkten den HmIP-DSD-PCB an
* Weil er hochohmig ist, nimmt er der Doorbell nicht die Spannung

Hab ich das richtig verstanden / gedacht?

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Re: Verständnisfrage HmIP-DSD-PCB

Beitrag von Xel66 » 23.05.2020, 09:41

cesh10a hat geschrieben:
23.05.2020, 09:29
Mein Ziel ist: ich will die elektromechanische Klingel tot stellen, weil ich sie nicht temporär aus stellen kann (wenn Kinder schlafen etc).
Wenn es nur um das temporäre Außerbetriebnehmen geht, würde ich einfach einen Umschalter vorsehen, der das Klingelsignal auf einen Lastwiderstand oder Signallampe umschaltet. Bei der Haustürklingel würde ich mich eher nicht auf irgendwelche Cloud-Lösungen verlassen. Liegt mal das Internet auf dem Bauch, bekommt man nicht mal mit, wenn der Techniker klingelt.

Aber Deine Idee sollte auch funktionieren, wobei man beachten muss, dass beim Entfernen der Klöppel sich die elektrischen Parameter der Klingelspule ändern (Änderung der Induktivität). Dann wirkt größtenteils nur noch der ohmsche Anteil der Spulenwicklung. Mangels Downloadmöglichkeit von Schaltplänen kann ich keine wirklich belastbaren Aussagen treffen.

Gruß Xel66
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Re: Verständnisfrage HmIP-DSD-PCB

Beitrag von cesh10a » 23.05.2020, 11:59

Wird die Veränderung denn wohl relevant groß sein? Dann würde ich die Veränderung der ohmschen Last ich im abgeklemmten Zustand messen können, mit einem normalen Multimeter, oder?

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Re: Verständnisfrage HmIP-DSD-PCB

Beitrag von Xel66 » 23.05.2020, 12:47

cesh10a hat geschrieben:
23.05.2020, 11:59
Dann würde ich die Veränderung der ohmschen Last ich im abgeklemmten Zustand messen können, mit einem normalen Multimeter, oder?
Nein, kannst Du nicht, da Du hier nur den Gleichstromwiderstand der Spule misst und nicht den durch das Wechselfeld resultierenden Widerstand. Schließlich werden Klingeln und Gongs mit Wechselstrom betrieben. Ein Kollege hat immer gesagt: "Wer viel misst, misst Mist". Das heißt, man muss das was man misst auch interpretieren können. Du kannst aber den Widerstand bestimmen, wenn Du den Stromfluss bei Betätigung misst und mit der dabei anliegenden Spannung den Widerstand rechnerisch bestimmst. Der wird sich definitiv vom reinen ohmschen Widerstand unterscheiden. Selbst bei ohmschen Verbrauchern wie Glühlampen hilft Dir solch eine Messung beispielsweise nicht, weil bei Betriebstemperatur der Glühwendel die Lampe einen größeren Widerstand hat als im kalten Zustand. Es geht hier aber nur um Größenordnungen und nicht eine genaue Bestimmung. Der Lastwiderstand sollte ungefähr in der Größenordnung der Spule liegen. Das sollte reichen. Du solltest halt nur einen Kurzschluss vermeiden. Dabei geht im Normalfall auch nichts kaputt, weil normale Klingeltrafos meist kurzschlussfest sind, aber man muss es ja nicht riskieren. Ach ja, und die Verlustleistung über den Widerstand musst Du auch berücksichtigen, denn sonst raucht der ab. Da gibt es auch Unterschiede.

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Re: Verständnisfrage HmIP-DSD-PCB

Beitrag von cesh10a » 24.05.2020, 08:04

Also, ich fasse zusammen was ich verstanden habe:

* Ich könnte die Klingel ersetzen durch einen Lastwiderstand
* Ich muss den Lastwiderstand berechnen und einiges dabei beachten - aber das ist im Ergebnis für mich quasi unmöglich
* HmIP-DSD-PCB ist hochohmig, also muss der Lastwiderstand wohl niedrigohmig sein (so ganz allgemein gesagt)

Ein bisschen ASCII-Art:

Code: Alles auswählen

alt:
----- Klingel ------


neu:
---+--- Lastwiderstand ---+---
   |                      |
    ---- HmIP-DSD-PCB------
    

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Re: Verständnisfrage HmIP-DSD-PCB

Beitrag von Xel66 » 24.05.2020, 08:37

* Ja.
* Ja.
* Ja. Nimm das mit der Genauigkeit nicht so kleinlich. Der Lastwiderstand muss sich ungefähr in dem Bereich befinden, die auch übliche Klingeln/Gongs haben. Es geht nur darum, dass der Trafo nicht überlastet wird, das die Ring ausreichend Ladestrom bekommt und der Klingelsensor die Betätigung des "Tasters" der Ring-Sprechstelle mitbekommt. Hat das Teil denn keine sonstigen Ein- und Ausgänge? Vielleicht einen Potenzialfreien Kontakt? Es ist ja schön, dass das Teil so konzipiert ist, dass man es 1:1 gegen einen normalen Klingeltaster einer Oldschool-Klingel austauschen kann. Aber es gibt ja ggf. auch andere Installationsarten oder elektronische Gongs, die schon den Ladestrom als Tasterbetätigung erkennen. Meine persönlichen "Erfahrungen mit Sprechanlagen" betreffen nur Siedle und Elcom. Was anderes habe ich noch nie installiert.

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